Am Anfang steht der Spatenstich: vlnr: Lars Eigenmann (Vorstand Bein KMW), Wiesbadener OB, Sven Gerich, Mainzer OB, Michael Ebling, Stephan Krome (KMW), Kari Hietanen (Wärtsilä) und Jörg Höhler (KMW). Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Mombach – Wegweisende Projekte verlangen nach markanter Symbolik. Mit einem überdimensionalen Spaten bewegten die offiziellen Gäste sinnbildlich den Erdschollen beim symbolischen ersten Spatenstich für den Bau des Bockheizkraftwerkes (BHKW) auf der Ingelheimer Aue. Bis Ende 2018 sollen auf dem Gelände der Kraftwerke Mainz Wiesbaden AG in Mainz neben dem bisherigen mit Erdgas betriebenen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ein effizientes BHKW sowie drei Fernwärmespeicher entstehen.

„Es ist ein guter Tag für die Kraftwerke Mainz Wiesbaden“, sagte der Oberbürgermeister von Wiesbaden, Sven Gerich, der noch bis zum Sommer den Vorsitz des Aufsichtsrats der KMW inne hat, bevor dieser an den Mainzer OB, Michael Ebling, übergeht. „Wir zementieren damit unseren festen Willen und schlagen ein neues Kapitel in der Geschichte der Kraftwerke auf“, so Gerich vor über 100 geladenen Gästen. Er und Ebling hoben die Bedeutung des 100 Millionen Euro teuren Projekts für die Energiewende hervor. Die klimaschonende Produktion von Strom und Fernwärme durch das BHKW seien zudem wesentliche Elemente des städtischen Klimaschutzkonzeptes, erklärte Ebling. Aus der Sicht des KMW-Vorstands, vertreten durch Dr. Lars Eigenmann, Jörg Höhler und Stephan Krome, sei der „Ausbau des Kraftwerkstandorts zu einer Wärmeplattform für die Region ein gewichtiger Bestandteil für die Zukunft des kommunalen Energieerzeugers KMW“.

„Das BHKW könnte zum Spielmacher des Kraftwerks werden“, griff Eigenmann zu einem Vergleich. Der klare Vorteil des BHKW liege in dessen Anpassungsfähigkeit an die jeweils benötigte Strom- und Wärmeenergie. Die künftigen zehn Motoren – zu einer Leistung von je zehn Megawatt fähig – lassen sich in zwei Minuten hoch- und noch schneller herunterfahren, erläuterte Höhler. Dabei nutzen sie die Energie des Brennstoffs Erdgas mit über 85 Prozent weit effizienter aus: weniger Brennstoff für die gleiche Energiemenge. Krome unterstrich, dass die schalltechnischen Anforderungen durch zusätzliche Investitionen deutlich unterschritten und „in der Nachbarschaft nicht wahrnehmbar sein“ würden. Das BHKW wird vom finnischen Unternehmen Wärtsilä Energy Solutions errichtet, das die Motoren im Oktober/November dieses Jahres auf dem Rhein anliefert. „Ich glaube, dass KMW zu den Vorreitern der Energiewende in Deutschland gehört. Wir sind froh, dabei zu sein“, sagte Kari Hietanen, der Executive Vice President des Unternehmens.

Neben dem BKHW entstehen auf der Ingelheimer Aue drei Wärmespeicher, die – vergleichbar mit Thermoskannen (Höhler) – dank der Möglichkeit zur Speicherung von Wärme und Strom sowie deren Bereitstellung im Bedarfsfall zur Stabilisierung der Fernwärmeerzeugung in Mainz beitragen werden.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.