Werner Obert (links) erläuterte Bürgermeister Sittmann das Holzmodell. Foto: Ralph Keim

TREBUR – Das Museum der Gesellschaft Heimat und Geschichte ist weit über die Grenzen der Großgemeinde bekannt. Der Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert hat so manche Kriege überdauert und stellt auch im 21. Jahrhundert ein Schmuckstück dar. Doch wie würde der markante Fachwerkbau aussehen, wenn man alles entfernen würde, mit Ausnahme der Holzelemente? Davon kann man sich im Foyer des Rathauses ein Bild machen.

Denn hier steht ein Modell des Heimatmuseums, das der Rüsselsheimer Werner Obert im Maßstab 1:25 geschaffen hat. Denn sein Nachbau beschränkt sich einzig und allein auf die Holzelemente. Und so kann man in ein quasi in ein „gläsernes“ Heimatmuseum hineinschauen, wenngleich die Ausstattung der Räume ebenfalls fehlt.

Und so zeigte sich Bürgermeister Carsten Sittmann beeindruckt, als er das Modell von Werner Obert entgegennahm. Denn der Rüsselsheimer hat sein Werk der Kommune geschenkt. Es steht jetzt einige Wochen im Foyer des Rathauses. „Und dann soll das Modell unter das Dach des Originals kommen“, formulierte es Alfred Körbel von der Gesellschaft Heimat und Geschichte. „Denn wo sonst würde es besser hinpassen?“

Wie viele Stunden Werner Obert in die Arbeit gesteckt hat, weiß er selbst nicht so genau. „350 Stunden könnten es aber gewesen sein.“ Da meiste an Holz stammt übrigens von Silvesterraketen. Es gibt kaum jemand im Umfeld des Rüsselsheimers, der nicht seine ausgebrannten Raketen bei ihm abgeben muss. Für filigranere Arbeiten dienten Streichhölzer. Das Modell ist auch aus deshalb authentisch, da sich Werber Obert an alte Pläne und an Fotografien gehalten hat.

Der 76 Jahre alte Rüsselsheimer ist in der Region bekannt dafür, dass er sich das eine oder andere markanten Bauwerk vornimmt – vorzugsweise Fachwerkhäuser – und sie auf seine Art und Weise nachbaut. Aber auch die Ginsheimer Schiffsmühle hat er bereits nachgebaut. Das Treburer Heimatmuseum ist sein achtes Modell.

Und das neunte hat er sich bereits ausgesucht: Denn direkt neben dem Heimatmuseum steht ein weiteres, markantes Fachwerkhaus, das er gerne angehen würde. Material dafür hat er gnug. „Mein Keller ist voll von den Hölzern der Silvesterraketen“, schmunzelte Obert bei der Übergabe.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“