Eine Musikergruppe spielte mittelalterliche Weisen mit Dudelsack und Trommel. Foto: Oliver Gehrig

Kastel – Eintauchen in die Welt des Mittelalters und sich wie ein fahrender Händler oder ein Ritter fühlen: Das war an Ostern drei Tage lang beim Besuch des 13. Mittelalterlichen Marktes in der Kasteler Reduit möglich. Die Freiluftveranstaltung litt allerdings unter der nasskalten Witterung, sodass sich zur Eröffnung nur wenige Besucher im alten Gemäuer der Reduit einfanden. Sie wurden von einer Gruppe von Musikern mit Dudelsack und Trommel unterhalten. Nebenan am Schießstand war Bogenschießen möglich. Ein Minnesänger sang seine Weisen, und eine Falknerei aus Schwäbisch Hall hatte ihre Bussarde, Uhus und Eulen mitgebracht. An den handwerklichen Ständen gab es mittelalterliche Waffen, Textilien und Schmuck zu erwerben. Das kulinarische Angebot an den mittelalterlichen Ständen war umfangreich und reichte von Spanferkel über Käsespätzle und Schupfnudeln bis zu Fladenbrot, Datteln und Mandeln sowie Met.

Bei 10 Euro Eintritt, ermäßigt 5 Euro, war der Besuch des mittelalterlichen Marktes allerdings kein ganz preiswertes Vergnügen. Denn nahezu alle Aktivitäten kosteten zusätzliches Geld. Für die Fahrt mit dem mittelalterlichen handbetriebenen Karussell waren ebenso 3 Euro zu löhnen wie für das Eierknackerspiel oder das Steinschleuderschießen. Wer ein Foto mit einem Greifvogel auf seiner Faust machen lassen wollte, musste sogar 5 Euro berappen. „Wir sind sehr preisgünstig“, entgegnete Veranstalterin Sylvia Gottschild vom Verein „Pro History“ auf Nachfrage der Lokalen Zeitung. „Wir haben keine Sponsoren und müssen alle Kosten, etwa auch für die Security, selber aus den Eintrittsgeldern tragen.“

In seinem neuen Konzept setzt der Verein vor allem auf musikalische Unterhaltung durch irische Volksmusik. Highlight in Kastel war die nächtliche Fackelshow. Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhospiz Bärenherz aus Erbenheim, das in früheren Jahren einen Teil der Einnahmen erhielt, wurde dagegen eingestellt. Gottschild: „Das Kinderhospiz ist inzwischen so bekannt, dass es auch ohne unsere Unterstützung auskommt.“

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