Silvia Wenzel Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde St. Stephan und Pfarrerin Dr. Angela Rinn segneten am Palmsonntag die Gonsenheimer Osterkrone. Foto: Claudia Röhrich

Gonsenheim – Traditionell an Palmsonntag wird seit 17 Jahren der Brunnen am Gonsenheimer Rathaus mit Osterschmuck versehen. Als es noch keine zentrale Wasserversorgung gab, war frisches Wasser eine Kostbarkeit. Aus dieser Zeit stammt der Brauch, die lebenserhaltenden Quellen zu schmücken. Auf das fließende Wasser müssen sich Gonsenheimer und Besucher allerdings noch bis zur Kommunionfeier im Ort gedulden.

Ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz stammend, wurde der Brauch von einem „Eiskalten Bruder“ aus dem Urlaub in Bayern mitgebracht und seitdem wird die Krone vom Fastnachtsverein „Eiskalte Brüder“ gefertigt und gestiftet. Bei einer kleinen Feier, unterstützt von den Kindern, den Eiskids, wurde der geschmückte Brunnen an die Öffentlichkeit übergeben. Die Jugendgruppe des Vereins, half kräftig bei der Gestaltung mit.

Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich etliche am Rathaus versammelt. Die Osterkrone wurde problemlos auf ein maßgefertigtes Gerüst gehoben. Die zierenden Eier waren in den Farben gelb, rot und lila gehalten, eine lange Bux-Girlande und vier Palmstöcke waren zudem mit bunten Schleifen geschmückt. Zum Auftakt spielte der Musikzug der Grenadiergarde Gonsenheim unterstützt von Mitgliedern der beiden Feuerwehrkapellen aus Drais und Gonsenheim, geleitet von musikalischem Leiter der Eiskalten Brüder, Jürgen Haller.

Ortsvorsteherin Sabine Flegel begrüßte die Schaulustigen und wünschte allen für die kommenden Ostertage, Ruhe und Besinnlichkeit. Sie sagte: „Es ist eine tolle Tradition, die wir in Gonsenheim haben und ich finde es gut, was da an Jugendarbeit geleistet wird.“ Nach dem Lied „Freude schöner Götterfunken“, stimmungsvoll von der Kapelle präsentiert, traten Silvia Wenzel Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde St. Stephan und Pfarrerin Dr. Angela Rinn vor das Mikrofon. In ihrer kurzen Ansprache wollte Wenzel von den anwesenden Kindern erfahren, wer denn Kronen so im Allgemeinen trägt. Von der Krone des Königs ging es über zur Lesung der Pfarrerin.

Nach dem Vaterunser, segnete Wenzel die Osterkrone und alle Umstehenden. Mit Hilfe von der Pfarrerin des Westbezirks, diese hielt ihr den kleinen Eimer mit Weihwasser an. Sie lachte, deutete dies als Zeichen der gelebten Ökumene und sagte, „Das muss uns mal einer nachmachen“. Die Feier wurde mit drei Liedern des Gonsenheimer Chors „MGV Heiterkeit“ unter Leitung von Norbert Emig beschlossen. Dankbar nahmen Kinder und Erwachsene Ostereier und Schokoladenosterhasen, von kleinen Helfern gereicht, entgegen.

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