Die „kleine Schwester“ der Katharinenkirche: Das Modell zum Ertasten und Begreifen steht nun auf dem Kirchenvorplatz. Foto: Evangelisches Dekanat

OPPENHEIM – Vor der Südfassade der Katharinenkirche steht ein maßstabsgetreues Bronze-Tastmodell die Besucher der gotischen Kathedrale. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde die vom Künstler Felix Brörken geschaffene Großplastik eingeweiht.

Blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht das neue Tastmodell, die Dimensionen des bekannten Gotteshauses zu erfassen. Aber auch Sehenden eröffnet die Aufsicht auf die komplexe Dachlandschaft einen Perspektivwechsel, etwa um die von unten schwer fassbare Unterschiedlichkeit der Türme zu entdecken.
Im Rahmen des Empfangs dankte Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator Ideengebern und allen Menschen, die Wege der Finanzierung für das besondere Projekt aufgetan hatten. So habe Ulla Eisenhardt, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Katharinenkirche, mit ihrer Idee eines Tastmodells und der entsprechenden Anschubfinanzierung das Oppenheimer Vorhaben ins Rollen gebracht. Als weitere Wegbegleiter des Projekts nannte sie den Schulleiter des Gymnasiums zu St. Katharinen, Oberstudiendirektor Dr. Hendrik Förster, der als Rotarier des Rotary Club Rhein-Selz ebenso wie der Leiter der örtlichen IGS, Siegfried Käufer, erheblich zur Finanzierung beigetragen habe.

Im Rahmen des Benefizkonzerts im November hatte Künstler Felix Brörken bereits das Wachsmodell der Tastkirche vorgestellt. Er erläuterte, wie er jeden einzelnen Winkel der Katharinenkirche fotografiert und das Modell anhand von Plänen mit allen Details in Hartschaum geschnitzt habe.
Zukünftig möchte die Gemeinde eine „Führung mit allen Sinnen“ nicht nur für blinde Menschen entwickeln. Als weiteres Projekt ist die Erarbeitung einer Broschüre in Blindenschrift angedacht, die zu allgemeinen Hinweisen auch besondere Informationen zum Bauwerk enthalten soll.

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