Sandy Wagner tritt am 18. August in Nierstein auf. Foto: red

NIERSTEIN – Wenn bei der Niersteiner Schlagernacht am 18. August im Park zahlreiche Stars der Szene auftreten, ist auch Sandy Wagner dabei. Der Musiker und Sänger sang 1996 die deutsche Version des Hits „Macarena“ und ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Geschäft. Wir sprachen mit Sandy Wagner über die deutsche Schlagerszene.

Herr Wagner, Sie sind Schlagersänger. Warum ist, Ihrer Meinung nach, dieses Genre einfach nicht tot zu kriegen?

SANDY WAGNER: Der Schlager gehört seit ewigen Zeiten zu unserem deutschen Kulturgut. Die Musik bietet Texte, die in die Herzen gehen und von den Menschen verstanden werden und sie aus dem Alltag holen. Fans aus anderen Musikrichtungen wie Rock, Pop, House und so weiter belächeln unsere Schlagermusik vielleicht zunächst, werden spätestens bei der nächsten Schlagerparty genau auf diese Musik abfeiern. Das erleben wir Künstler ständig bei unseren Auftritten. Auch haben Künstler wie Silbermond, Juli, Tim Benzko & Co. dafür gesorgt, dass deutsche Musik auch bei der jungen Generation wieder absolut angesagt ist.  Sicher wäre es an der Zeit, für den Begriff Schlager einen neuen und zeitgemäßen Namen zu finden.

Welche Schlager aus welcher Zeit gefallen Ihnen am besten?

SANDY WAGNER: Der Schlager von heute ist modern, poppig und tanzbar und ist – abgesehen von der Sprache – von internationalen Songs kaum noch zu unterscheiden. Ich finde diese Entwicklung super, da die Welt nun auch musikalisch zusammenwächst. Auch die Schlager der 70er und 80er Jahre gefallen mir gut. Es sind echte Evergreens, die auch heute noch jede Party zum Kochen bringen.

Die alten Sendungen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck sind heute Kult. Schauen Sie sich diese Sendungen heute noch an?

SANDY WAGNER: Ich hatte das Glück, mit meiner deutschen Version von „Macarena“ selbst in der ZDF-Hitparade aufzutreten. Die Hitparade hat den deutschen Schlager im TV geprägt. Und ich bin ein großer Fan davon. Wenn Wiederholungen aus der alten Zeit laufen, zappe ich schon mal rein. Aber es wird Zeit für ein neues Format in dieser Richtung.

Wer ist eigentlich Ihr Vorbild?

SANDY WAGNER: Also ich orientiere ich mich nie an anderen Menschen außer, wenn es um Disziplin oder Professionalität im Künstlerberuf geht. Toll finde ich aber Künstler wie Udo Lindenberg. Udo ist immer deutsch, immer er selbst und kein Abziehbild von irgend einem. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und beobachte. Daraus erwächst jede Menge Input für meine Texte.

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