Zum Reformationsjubiläum gab es nun einen ganz besonderen Gottesdienst. Foto: Loreen Fetthauer

MAINZ – Mit dem Staatstheater zum 500. Reformationsjubiläum feierte das Evangelische Dekanat Mainz einen besonderen Gottesdienst zur Oper „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith.

Die Predigt zum Thema „Hindemith, Grünewald und die Reformation“ von Dekan Andreas Klodt untermalten Opernsänger Alexander Spemann sowie die Opernsängerinnen Vida Mikneviciute und Maren Schwier des Ensembles im Mainzer Staatstheater musikalisch, indem sie zwei Teile des Stücks eigens für die zahlreichen Gottesdienstbesucher darboten.

Der in Diensten des Erzbischofs von Mainz stehende Maler Mathis ist der Mittelpunkt von Paul Hindemiths bekanntester Oper, die das Wirken der historischen Figur Matthias Grünewald zur Zeit der Reformation und der Bauernkriege aufgreift. Die Oper, die in und um Mainz spielt und großes Historiendrama und beklemmende Künstleroper zugleich ist, spiegelt in der Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens und der inneren Aufrichtigkeit nicht nur den persönlichen Konflikt des Komponisten im Deutschland der 1930er Jahre, sondern bleibt auch 500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag prägend für das individuelle und gesellschaftliche Leben.

Im Gottesdienst wurden ausgehend von Hindemiths Musik und den Themen seiner Oper Leitlinien ins Heute gezogen. Der Tod und die Frage nach den letzten Dingen seien in Hindemiths Oper sehr präsent, berichtete Klodt in seiner Predigt. Besonders wichtig sei dabei die Bedeutung der Gewissheit, in der eigenes Denken und Vertrauen auf Gott miteinander verbunden werden.

Doch auch die Frage nach dem Glauben allgemein thematisiere das Stück Hindemiths. Nicht nur männliche Vertreter, sondern besonders die Frauen seien es, die in Hindemiths Stück über den Glauben, insbesondere den evangelischen Glauben, sprechen. „Religion ist kein frommer Winkel, sondern sie zeigt sich darin, dass man Gutes tut“, so Klodt.

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