Einen tollen Auftritt hatte der Kasteler Akkordeonclub im Bürgerhaus. Foto: Oliver Gehrig

Kastel – Weit länger als eine Stunde vor Konzertbeginn warteten viele Besucher bereits ungeduldig vor dem Kasteler Bürgerhaus, bis endlich Einlass war. Dann strömten sie schnurstracks ins Innere, um sich die besten Plätze für das beliebte Jahreskonzert des Kasteler Akkordeonclubs zu sichern. Ruck, zuck war das Haus mit mehr als 500 erwartungsfrohen Gästen komplett gefüllt, bis es schließlich losging. Diese riesige Resonanz macht deutlich, welch hohen Stellenwert dieses Konzert im Kasteler Kulturkalender hat. „Trotz Rheinland-Pfalz-Ausstellung, Frühlingsbeginn und tollem Wetter draußen ist der Saal voll“, betonte der musikalische Leiter Willi Winter zu Beginn. „Das ist Grund genug, uns besonders anzustrengen.“

Das taten dann die 20 Musiker auch, die den Nachmittag spontan mit einem „Heile Gänsje“ für die wegen Krankheit fehlende Kasteler Ortsvorsteherin und Wiesbadener  Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel eröffneten. Der besondere Dank von Winter ging an die Feuerwehr, die eine Ausnahmegenehmigung erteilte. Aus Brandschutzgründen wären sonst nur knapp 200 Gäste zugelassen gewesen. Wie gut die Musiker aufeinander abgestimmt sind, wurde beim flott gespielten 20er-Jahre-Stück „Bye Bye Blues“ und beim klassischen Walzer „Über den Wellen“ im Dreivierteltakt deutlich. Mitsummen und Mitsingen war da ausdrücklich erlaubt. Erinnerungen an die 70er und 80er wurden wach beim Roy-Black-Medley anlässlich des 25. Todestages des beliebten Schlagersängers. „Ganz in Weiß“ durfte da natürlich nicht fehlen. Im zweiten Teil sang Günter Sauerwein die Klassiker „Marina“ von Rocco Granata und „California Blue“ von Roy Orbison. Das hörenswerte Konzert endete mit dem Swing-Kracher „In the Mood“ von Glenn Miller und mit „Rock around the Clock“ von Bill Haley.

Der musikalische Leiter Willi Winter begrüßte mehr als 500 Gäste. Foto: Oliver Gehrig

Ein halbes Jahr hatten die 24 Kasteler Aktiven für ihren großen Auftritt geprobt. Dass kurzfristig fünf Musiker wegen Krankheit ausfielen, war dem Orchester nicht anzumerken. Das Orchester besteht übrigens nicht nur aus Akkordeonspielern, sondern auch aus einer Flötistin, einem Geiger, einem Bassisten, einem Schlagzeuger, einem Pianisten und Percussionisten. „Das ist eine sehr harmonische Gruppe“, sagte Winter im Vorgespräch mit der Lokalen Zeitung. Das Besondere ist, dass der 82-Jährige, der bereits 1980 die Dirigentenprüfung abgelegt hat, die Stücke mit eigenen Arrangements für Akkordeon umschreibt. Dabei wird er von seinem Sohn unterstützt, der Berufsmusiker und Dozent an der Hochschule Würzburg ist.

Die 24 Musiker im Alter von 40 bis 85 Jahren proben dienstags von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Stresemann-Schule. Danach gibt es stets einen Ausklang in gemütlicher Runde im „Pappelhaus“. Neue Musiker zur Verjüngung des Orchesters sind willkommen.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.