Als Akteure sorgten Jens Teschner, Matthias Keil, Tontechniker Michael Horber und Claudia Presser für zweieinhalb Stunden für allerbeste Unterhaltung. Foto: Claudia Röhrich

Laubenheim – Das Mundart-Trio „Die MundArtisten“, Claudia Presser, Matthias Keil und Jens Teschner, präsentierte unter dem Motto „Emool ebbes anneres“ einen Abend rund um Rheihesse in Sprooch un Mussigg. Mit spitzfindigen Anekdoten hielten die Akteure die Erinnerung an Vergangenes und den Heimatdialekt im Katholischen Pfarrzentrum Laubenheim lebendig. Mit Geschichten und Lieder wurden im Nieder Saulheimer Dialekt von Teschner vertreten, während die anderen Beiden der Laubenheimer Mundart mächtig waren. Mal derb und dann wieder auch ein wenig hintersinnig – spiegelten sie beim Mundartabend in Laubenheim beispielsweise das Lebensgefühl im Rheinhessischem Hügelland.

Als Akteure sorgten Jens Teschner, Matthias Keil und Claudia Presser für zweieinhalb Stunden für allerbeste Unterhaltung. Foto: Claudia Röhrich.

Die beiden Allrounder, Erzähler, Sänger, Gitarristen und Mundharmonikaspieler, Teschner und Keil griffen zudem in die Kiste ihres umfangreichen Repertoires und überraschten mit selbst getexteten und geschriebenen Songs. Sie betonten den Wert des Dialekts, der die Menschen verbindet und ihnen die gemeinsame Herkunft zeige. Man hat gleich im Ort einen anderen Kontakt zueinander, wenn man die gleiche Mundart babbelt, so die Erfahrung der Gitarristen. Sie erklärten, die besondere Art und Weise, wie man hierzulande ein Gespräch beginnt: „Ei, biste aach da“. Es blieb kein Auge trocken, als die Mundartkünstler auf pikante Art und Weise davon berichteten, dass der Rheinhesse so ohne Eier gar nicht auskommt, der braucht gar kein Ostern dafür. Ein Ei kommt auch nicht allein, aus Ei, Ei, Ei wird manchmal Eij, Eij, Eij und ist je nach Betonung anders zu verstehen, als Missmut oder Zustimmung.

Die MundArtisten gaben Verhaltensweisen für Rheinhessische Neubürger, die Anschluss im Dorf suchen, mit auf den Weg: „Besuchen sie jedes Fest, trinkfest sollten sie aber schon sein.“ Sie stoßen sich an gedankenlosen Floskeln wie; „Lebst du aach noch?“ Lied „Gude wo machst du hi?“. Die Leberwurst hatte es Claudia Presser besonders angetan: „Selbst in der allergrößten Not schmeckt auch die Worscht auch ohne Brot.“ Beim Abschlusslied: „Du bist Laubenheim“, wie bei allen andren wurde eifrig mitgeklatscht ganz nach dem Spruch: Awwer Owwachd – Middmache iss aach debei! Und so ging mit einem minutenlangen Applaus und einer Zugabe schließlich ein rundum gelungener Abend zu Ende. Der Eintritt im Pfarrzentrum war frei, der Förderverein Katholischen Kita Laubeheim freute sich über Spenden und sorgte für Weck, Worscht und Woi.

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