Der Gedenkstein erinnert an die Ereignisse vor 75 Jahren, als US-Streitkräfte bei Nierstein den Rhein überquerten. Foto: Ralph Keim

NIERSTEIN – Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie zahlreicher Angehöriger der US-amerikanischen Streitkräfte wurde kürzlich der Gedenkstein zur Erinnerung an die Rheinüberquerung eingeweiht. Bei schönstem Frühlingsfest entwickelten sich die Feierlichkeiten am Niersteine Rheinufer schnell zu einem Fest der Verständigung und der Freundschaft zwischen Deutschen und US-Amerikanern.

Mit dem Gedenkstein erinnert die Stadt Nierstein daran, dass zum Ende des Zweiten Weltkriegs die US-amerikanischen Streitkräfte unter der Führung von General George S. Patton hier in der Nacht vom 22. auf den 23. März 1945 den Rhein überquerten, weiter nach Süddeutschland vorstießen, um Nazi-Deutschland zu befreien.

72 Jahre nach diesen schicksalhaften Tagen begrüßte Stadtbürgermeister Thomas Günther nicht nur zahlreiche politischen Gäste, darunter Landrat Claus Schick. Auch Gerald McCarthy, Präsident der Veteranen der US Army 249.th Energeer Battailion, Brigadegeneral Philipp Jolly und Leutnant-Colonel Julie Balten als amtierende Kommandeurin des US Army 249.th Energeer Battailion waren nach Nierstein gekommen. Außerdem die Weltkriegsveteran Robert Shelato, der bei der Rheinüberquerung bei Nierstein dabei, sowie Helen Patton, eine Enkelin von George S. Patton und Luci Schey von der Ralph and Luci Schey Foundation. Am Rheinufer waren zahlreiche Militärfahrzeuge ausgestellt.

Einer der Höhepunkte der Zeremonie war das Hissen der Flaggen beider Länder, die sich im Zweiten Weltkrieg als Feinde gegenüber standen. Dazu spielte eine Militärkapelle die Nationalhymnen. Nach dem Enthüllen des Gedenkstein setzten die offiziellen Gäste mit der Fähre über ans hessische Rheinufer, wo sie den Opfern des Kornsandverbrechens vom 21. März 1945 gedachten.

In den offiziellen Reden und auch in den Gesprächsrunden mit den Veteranen erinnerten besonders die deutschen Politiker daran, welch große Bedeutung die US-amerikanischen Streitkräfte an der Befreiung Deutschlands von der Nazi-Diktatur hatten. In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs seien die Amerikaner stets verlässliche Partner und gute Freunde gewesen.

Der Wortlaut des Gedenksteins: An dieser Stelle errichtete das 249. Pionierbattaillon, nachdem es die 5. Infantriedivision der U.S.-Armee bei Oppenheim unterstützt hatte, am 22. und 23. März 1945 im ersten erfolgreichen Sturmangriff zur Rheinüberquerung seit Napoleons Zeiten eine 366 Meter lange Pontonbrücke, um Teile von Generals George S. Pattons 3. Armee über den Rhein zu bringen. Der Bau der Brücke dauerte nur 18 Stunden. Diese bemerkenswerte bauliche Leistung trug zweifellos dazu bei, den Krieg früher zu beenden und somit unzähligen Menschen auf beiden Seiten des Konflikts das Leben zu retten.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“