Barbara Petermann las kürzlich in der Stadtbibliothek aus ihren Büchern zum Thema Demenz. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Ist ein Mensch von Demenz betroffen, bedeutet das für die Angehörigen eine große Herausforderung. Oft müssen sie beim Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen an ihre eigenen Grenzen gehen. Nicht selten müssen sie sich selbst und den dementen Gegenüber sogar neu kennen lernen. Sie müssen den Bereich jenseits des Verstehens verstehen.

„Verstehen jenseits des Verstehens“ lautete denn auch der Titel der Lesung von Barbara Petermann in der Stadtbibliothek. Die Gründerin und Verlegerin der Lokalen Zeitung hat sich als Autorin in vielfältiger Weise mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt. 2015 erschien dazu ihr Buch „Emmy und die Tänzerin“, im Jahr darauf „Elisa verschwindet“.

Rund 30 Zuhörer erfuhren in der Stadtbibliothek unter anderem die Geschichte von Otto, der sich im Kreis seiner Familie oft nutzlos fühlt. Oder auch die von Rudi, der in einer Wohngemeinschaft lebt und sich noch bestens an Japan erinnert, wo er früher beruflich oft tätig war. Auch las Barbara Petermann Passagen über einen Mann vor, der seine eigene Frau „entführt“, als bei ihr erste Anzeichen von Demenz auftreten. „Ich habe für meine Bücher zum Thema Demenz viele Gespräche mit Betroffenen geführt“, berichtete Barbara Petermann ihren Zuhörern. Zudem habe sie zahlreiche Einrichtungen besucht, um dort zu recherchieren. Die Stadtbibliothek führt eine ganze Reihe von Büchern und Medien zum Thema Demenz.

Am Mittwoch, 5. April, liest in der Stadtbibliothek, Rheinallee 3, Irina Wittmer aus ihrem Buch „Ausflug der toten Bräute“. Dabei handelt es sich um eine fiktive Begegnung mit Anna Seghers. Beginn ist um 18.30 Uhr. Noch bis 1. April ist in der Stadtbibliothek die Ausstellung „10 Jahre Patient Buch sorgt Paten“ zu sehen: montags bis mittwochs von 10 bis 18 Uhr, freitags bis samstags von 10 bis 13 Uhr.

Teilen
Vorheriger ArtikelAWO stiftet zwei Mitfahrerbänke für Nieder-Olm
Nächster ArtikelTobias Kowalewski neuer Grundschulleiter in Wackernheim
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“