Die Auftaktmotive wurden passend zum Besuch von Ministerin Ulrike Höfken ausgesucht. Damit will der Wirtschaftsbetrieb neugierig machen. Foto: Wirtschaftsbetrieb Mainz

Mombach – Seit gut zehn Jahre bereits ist der Wirtschaftsbetrieb Mainz eine Anstalt des öffentlichen Rechts und damit selbständig. Trotzdem wird er meist noch immer als ‚Amt‘ wahrgenommen – wenn überhaupt. Ein neu entwickeltes Informationsangebot soll helfen, das zu ändern. Ein eher außergewöhnliches Informationsangebot, wie man beim Besuch der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken im Rahmen des Weltwassertags sehen konnte.

Da nämlich warteten zwei riesige LKW, die zur Kanalreinigung genutzt werden, auf die Politikerin. Deren Seiten sind mit Bildern und Slogans verziert, die so gar nicht zueinander passen wollen. Dazu ein deutlich erkennbares ‚Häh?‘ und die Internetadresse www.gugg-emol-do.de. „Wir wollen die Menschen neugierig machen“, beschreibt die Vorstandsvorsitzende Jeanette Wetterling die Grundidee, die hinter dem Ganzen steckt und die den verdutzten Betrachter auf die eigens für diese Aktion eingerichtete Webseite locken soll. Dort findet sich dann des jeweiligen Rätsels Lösung,einige zusätzliche Aha-Fakten zum Unternehmen und dessen Arbeit inklusive.

Wie aber kommt man auf so eine Idee? „Ehrlich gesagt, durch den Besuch von Frau Höfken und den Weltwassertag“, erklärt Wetterlings Vorstandskollege Michael Paulus. Der nämlich stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des Abwassers. Das wiederum rief die Ministerin auf den Plan, einmal bei der größten kommunalen Kläranlage ihres Bundeslands vorbeizuschauen und sich vor Ort zu dem Thema informieren zu lassen. „Da mussten wir ihr ja was bieten“, schmunzelt Paulus. „Aber im Ernst: Wir haben schon lange überlegt, wie wir uns und unsere Arbeit ein wenig stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken können. Und so schlagen wir quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.“

War die Entstehungsgeschichte also eher noch ein wenig dem Zufall geschuldet, so ist der Rest detailliert geplant. Die beiden Auftaktmotive wurden passend zum Besuch der Ministerin ausgesucht. Die Internetadresse ist der Mainzer Seele des Unternehmens gewidmet. Und selbst das ‚Häh?‘ ist bewusst gewählt. Schließlich haben Sprachwissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im holländischen Nijmegen vor gut zwei Jahren herausgefunden, dass das Wörtchen nicht nur die kürzeste Version von ‚Versteh ich nicht‘ ist, sondern auch quasi weltweit verstanden wird.

Bleibt noch die Frage nach der Zukunft: „Wir wollen und wir werden nachlegen“, betont das Vorstands-Duo. „Für uns ist diese Aktion ein perfektes Instrument, um Transparenz zu zeigen, Interesse für unsere Arbeit zu wecken und die Menschen in unserer Stadt für die Themen, für die wir stehen, zu sensibilisieren.“ Oder kürzer gesagt: Man darf sich auf Nachschub freuen.

Teilen