Start Mombach Gefahr eines Dieselfahrverbotes durch die geplante Klärschlammverbrennungsanlage

Gefahr eines Dieselfahrverbotes durch die geplante Klärschlammverbrennungsanlage

Mombach – Die Bürgerinitiative „Kein Klärschlamm für Mainz“ befürchtet, dass durch die geplante Klärschlammverbrennungsanlage die Belastung der Mainzer Luft durch Stickstoffdioxide weiter steigen wird. Mittlerweile hat die EU Kommission in Deutschland Handlungsbedarf angemahnt, da in vielen Gebieten, darunter Mainz, die zulässigen Stickstoffdioxidwerte zu stark überschritten werden. Laut der europäischen Umweltagentur werden jährlich über 10.000 Todesfälle allein in Deutschland der Wirkung der Stickoxide zugerechnet.

Als Lösung wird diskutiert, nur noch Dieselautos mit der blauen Plakette nach EURO-Norm 6 in die Stadt fahren zu lassen, wogegen sich Mainz wehrt.

Zusätzlich soll eine Klärschlammverbrennungsanlage in einer Größe gebaut werden, die gemäß Genehmigungsbescheid Stickstoffdioxid im Jahresmittel 100 mg je m³ Abgas, kurzzeitig sogar 400 mg je m³ Abgas in die Luft pusten darf. Da die Anlage jedoch ca. 28.000 m³ Abgas je Stunde erzeugt, gelangen also im Schnitt 2.800.000 mg Stickoxide stündlich in die Luft.

Hans Pracht und Ralf Gerz, Sprecher der Bürgerinitiative: „Unsere Fachleute haben errechnet, dass dies dem Stickoxid-Ausstoß von ca. 1.500 Dieselfahrzeugen der EURO-Norm 5 mit einer Fahrstrecke von 10 km entspricht. Da auch kurzzeitig das Vierfache ausgestoßen werden darf, entspricht das sogar 6.000 Dieselfahrzeugen.“ Um gleiche Umweltdaten wie heute zu erhalten, müssten also nach Inbetriebnahme der Verbrennungsanlage stündlich 1.500 Dieselfahrzeuge weniger in die Stadt fahren.

„Natürlich greift dieser Vergleich nicht unmittelbar, da die Stickoxide der Verbrennungsanlage durch den Kamin in größere Höhe geleitet werden, während die Abgase der Autos in Bodennähe ausgestoßen werden“, so Pracht und Gerz weiter, „aber klar ist, dass die Umweltbelastung zunimmt und durch diesen Vergleich auch dem Normalbürger bewusst wird, in welchem Umfang die geplante Anlage unsere Umwelt belastet.“

Besonders problematisch wird die Schadstoffsituation bei sogenannten Inversionswetterlagen, bei denen die Abgase auch aus höheren Kaminen nicht fortgetragen werden, sondern sich in den Tallagen wie in Mainz ansammeln. Solche Wetterlagen sind in Mainz häufig, sodass dann der oben genannte Vergleich real wird.

Aus diesen und weiteren Gründen fordert die Bürgerinitiative die sofortige Einstellung der Planungen zur Errichtung der Klärschlammverbrennungsanlage.

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