Antonie Burg bei ihren abstrakten Gemälden, im Hintergrund die Kreidefelsen auf Rügen. Foto: Helene Braun

Mombach – Seit 2007 malt sie wieder, und ausschließlich in Öl, die in Passau geborene Mainzerin Antonie Burg. In der Ortsverwaltung Mombach zeigt sie zurzeit Malerei im fotorealistischen Stil. Ein paar abstrakte Bilder sind auch dabei, doch nach diesem Experiment sei sie wieder auf den Fotorealismus zurückgekommen, sagt sie. Schade eigentlich, denn die abstrakten Werke weisen eine hohe Strahlkraft in den Farben auf, die wie bei einem Vulkan aus der Mitte heraus explodieren. Hier hat Antonie Burg mit dem Spachtel Farbschicht auf Farbschicht gepackt.

Farbintensiv sind auch die anderen Werke. Hier findet man eine Reihe von Oldtimern, Tieren oder Menschen und Landschaften. Vieles ist nach Auftrag entstanden. Man sieht den Mainzer Dom mit dem Marktbrunnen, die Mainzer Christuskirche, einen Vollblut-Araber, Löwen oder die Kreuzkapelle in Gau-Bickelheim. Beindruckend kommt der Sonnenuntergang im Bild „Abendstimmung“ daher. Grell orange und rot beleuchtet die untergangene Sonne den Himmel. Die Kreidefelsen auf Rügen und das Gemälde „Felsen am Strand“ sind farblich etwas zurückgenommen und zarter. Voller Details steht „Venedig“ für Fröhlichkeit, zeugt aber auch von der Geduld der Künstlerin, betrachtet man das fein ziselierte Geländer an der Brücke über dem Canale Grande.

Inspirieren lässt sich Antonie Burg von Fotografien oder den Wünschen ihrer Auftraggeber. Und wenn sie mit einer diffizilen Sache fertig ist, schenkt sie sich auch mal ein Gläschen Sekt ein. Den größten Genuss aber bereite ihr das Malen selbst. „Wenn ich die Leinwand vor mir habe, empfinde ich das als sehr entspannend“, sagt die Frau, die schon auf sehr vielen Ausstellungen in Wiesbaden, Frankfurt, Ludwigsburg, Solingen und Mainz vertreten war. Die Leidenschaft begann schon früh: „Schon der Schule habe ich sehr gerne gezeichnet und gemalt.“ Ihre Chefin schenkte ihr später in der Lehrzeit zur Einzelhandelskauffrau Farbe, Pinsel und Leinwand. Das erste Bild war ein Ölbild, klar. Etwas anderes kommt Antonie Burg auch nicht auf den Pinsel. Dann standen lange Jahre Beruf und Familie im Vordergrund.

Erst als sie 2007 in Altersteilzeit ging, hatte die Künstlerin wieder Zeit für die Malerei. „Dann habe ich richtig losgelegt und konnte nicht mehr aufhören“, erzählt sie am Rande der Vernissage. Und malte 230 Bilder in zehn Jahren.

Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geißler begrüßte die Gäste. Und Kulturdezernentin Marianne Grosse sagte: „Mainz besteht nicht nur aus der großen Kultur einer Landeshauptstadt. Ich halte auch die Kultur in den Stadtteilen für unglaublich wichtig.“ Medizin Professor Hans-Volkhart Ulmer aus Drais untermalte die Vernissage mit seiner Drehorgel musikalisch.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.