Vorsitzender Ralf-Ingo Werner (rechts) und der Zweite Vorsitzende Wolfgang Patschke (links) stellten den neuen Pächter Ata Delbasteh vor. Foto: Oliver Gehrig

Lerchenberg – Nach 22 Jahren hat der SC Lerchenberg den Pächtervertrag für das Klubheim mit dem Ehepaar Vasilios („Willi“) und Maria Holevas gekündigt. Ab Juli  soll Ata Delbasteh, Betreiber des Restaurants „Bergschön“ im Bürgerhaus, als neuer Pächter übernehmen. Dieser Vorgang hat beim 1200 Mitglieder zählenden SCL für kontroverse Diskussionen gesorgt, die jetzt bei der Vorstellung des neuen Konzeptes vor rund 120 Interessierten im Bürgerhaus fortgeführt wurden. Immer wieder musste der als neutraler Versammlungsleiter eingeschaltete LCC-Präsident Manfred Kremer um Sachlichkeit, Fairness und Ruhe bitten. Bei der hitzigen Debatte hielten sich Pro und Contra in etwa die Waage.

Auffallend war, dass sich gerade an der Person des alten Pächters die Meinungen entzweien. Von den älteren Mitgliedern wurde er überwiegend als „unser Willi“ bezeichnet, der sich um den Verein verdient gemacht und bei der Sanierung des Klubheims aktiv angepackt sowie sogar Geld reingesteckt habe. Nun werde der 62-Jährige, der sicher keinen Job mehr bekomme, einfach ausgebootet. „Als Sportverein sollten wir auch die soziale Komponente berücksichtigen“, kritisierte ein Mitglied. „Es tut mir leid, dass der Verein jetzt so geführt wird“, bekräftigte ein anderer. Die jüngeren Mitglieder bezeichneten „Willi“ hingegen überwiegend als ruppig, wortkarg und unfreundlich. Die Jugendlichen gingen deswegen und wegen überteuerter Preise größtenteils nicht mehr ins Klubheim und auch viele Gastmannschaften sowie Schiedsrichter hätten sich über die Ruppigkeit von „Willi“ beklagt.

Ein ganzes Bündel von Gründen für den Pächterwechsel nannte Vorsitzender Ralf-Ingo Werner. „Willi“ wolle kein zusätzliches Personal einstellen und eh in zwei Jahren in Ruhestand gehen. Der SCL habe aber einen Investitionsstau und brauche deswegen einen langfristigen Vertrag zu besseren Konditionen. Da sei es normal, dass sich der Verein nach einer Alternative umgesehen habe. Hinzu kämen Beschwerden und Abmahnungen gegen den alten Pächter. Die neu angeschafften Gefrierschränke, Teller und Gardinen bekomme er abgekauft, seine Frau Maria habe ein Angebot als Küchenhilfe erhalten.

Trotz der aufgeladenen Atmosphäre stellte der neue Pächter Ata Delbasteh seine Vision für die neue Vereinsgaststätte vor. Der „Bergschön Grill“ soll einen alpinen Skicharakter und eine wöchentlich wechselnde Mittagskarte mit Gerichten von 3,50 bis 11 Euro haben. Neben leichten Speisen wie Salaten gebe es auch Burger für die Jugendlichen. Das SCL-Zimmer werde auch als Sportzimmer mit TV-Übertragungen genutzt. „Ich möchte gerne mit dem SCL zusammenarbeiten, die Sportstätte steht im Vordergrund“, betonte der neue Pächter.

Vorsitzender Werner gab noch einen Ausblick in die Zukunft. Über zusätzliche Pachteinnahmen soll die Geschäftsstelle aufs Gelände ziehen und vergrößert sowie mittelfristig eine Tennis-Umkleidekabine in einen Fitnessraum verwandelt werden. Die Fußball-Umkleidekabinen bleiben erhalten. Das Vereinsgelände erhält einen behindertengerechten Zugang von der Nino-Erné-Straße aus. Insgesamt kommen auf den Verein Sanierungskosten von 135.000 Euro zu. Werner: „Dafür brauchen wir finanzielle Sicherheiten!“

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