Setzen sich für den „Meenzer Becher“ ein: Sabine Flegel und Felix Leidecker sowie Andreas Reitzel (rechts) von „Werners Backstube“. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Sie sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken: Menschen trinken im Gehen aus einem Pappbecher einen Kaffee. Der leere Becher landet im Mülleimer oder nicht selten, was schlimm genug ist, achtlos im Gebüsch, auf dem Gehweg oder sonst wo. Schätzungen zufolge werden allein in Deutschland stündlich (!) rund 320.000 solcher Pappbecher leergetrunken und weggeworfen. Für die Entsorgungsbetriebe der Kommunen und letztlich für Umwelt hat sich dieser Trend zu einem ernsthaften Problem entwickelt.

Zumindest in Mainz soll dieses Problem angegangen werden – und das durchaus kreativ. Die Mainzer CDU will über einen Antrag im Stadtrat erreichen, dass Verwaltung und Entsorgungsbetriebe mit den entsprechenden Anbietern von „Coffee to go“ über die Einführung des „Meenzer Bechers“ beraten.

Der „Meenzer Becher“ soll, da er entsprechend gestaltet und eine Besonderheit darstellen würde, nicht mehr weggeworfen werden. „Ähnlich wie die Tassen zum Weihnachtsmarkt bleiben auch die Becher im Umlauf“, erläuterte CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel bei der Vorstellung. Eine Voraussetzung für das Gelingen wäre, dass möglichst viele Bäckereien, Tankstellen, Kioskbetreiber und alle anderen einen benutzten „Meenzer Becher“ zurücknehmen, spülen und wieder in Umlauf bringen. Möglich wäre auch, dass der Kaffeeliebhaber an der Theke seinen eigenen „Meenzer Becher“ hinhält und gefüllt bekommt.

Die Kette „Werner´s Backstube“, wo die CDU ihre Idee präsentierte, hat bereits großes Interesse an einer Teilnahme signalisiert. „Das ist eine prima Idee“, freute sich Andreas Reitzel, Pressesprecher der Bäckereikette, die allein täglich 45.000 Kunden in Mainz hat. „Die Zahl der Wegwerfbecher, die wir in Mainz jährlich ausgeben, geht weit in die Zehntausende“, erläuterte Reitzel.

Sabine Flegel und auch Felix Leidecker, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU, sehen keinen Grund, warum das Projekt nicht gelingen sollte. „Auch McDonalds hat bereits Interesse an der Teilnahme bekundet“, so Sabine Flegel weiter. In Städten wie Freiburg, Tübingen oder auch Hamburg und Berlin gebe es bereits eine solche Initiative. Die Stadt Mainz soll daher entsprechende Kontakte herstellen und sich beraten lassen.

Um die Akzeptanz bei den Mainzern noch zu steigern, könnten die „Meenzer Becher“ mit bekannten Motiven aus der Stadt versehen werden.

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Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“