Eine Magersüchtige nutzt die Jourvie-App für ihr Essprotokoll. Foto: Bayer Stiftung.

Mainz – Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin untersuchen, ob sich die Essstörung Magersucht mit Hilfe der Smartphone-App „Jourvie Research“ besser behandeln lässt.
Die vom gleichnamigen Sozialunternehmen entwickelte App soll es Betroffenen leichter machen, ihr Essverhalten und die damit verbundenen Gefühle zu protokollieren. Geraten sie in eine psychische Krise, bietet ihnen die App Tipps, um diese zu überwinden und nicht mit gestörtem Essverhalten zu reagieren.

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Symptomen von Essstörungen. In Deutschland sind es laut Robert-Koch-Institut etwa 2,3 Millionen. Betroffen sind vor allem Mädchen in der Pubertät, aber auch bei Jungen im Kindesalter ist der Wunsch abzunehmen immer weiter verbreitet. Essstörungen nehmen unter den kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen eine besondere Stellung ein, da sie schwierig zu behandeln sind. Häufig führt die Erkrankung zu schwerwiegenden körperliche Schäden und nicht selten sogar zum Tod.

Hilfe verspricht eine speziell entwickelte Smartphone-App. Die von dem Sozialunternehmen „Jourvie“ entwickelte App „Jourvie Research“ dient den Magersüchtigen als Tool, um digital und diskret zu notieren und zu speichern, was sie wann und mit welchem Gefühl gegessen haben. Diese Essprotokolle tragen dazu bei, bestimmte Denkmuster und wiederkehrende Verhaltensmuster im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme besser erkennen zu können. Weitere hilfreiche Funktion der App: Sie unterstützt ihre Nutzer in Krisenfällen.

Aktuell suchen die Wissenschaftler noch betroffene Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren, die unter der auch als Magersucht bezeichneten Essstörung Anorexia nervosa leiden und an der Studie teilnehmen möchten. Infos unter david.kolar@unimedizin-mainz.de.

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