Die Steine und die Böschung sollen einem sanft abfallenden Ufer weichen. Foto: Helene Braun

Laubenheim – Die Nachricht, die Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) in der jüngsten Ausschusssitzung verkündete, dürfte nicht nur die Laubenheimer sehr freuen. Der Bund gibt der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung WSV eine Million Euro für die Uferrenaturierung zwischen Rheinkilometer 490,6 bis 492,5 in dem Bereich zwischen Damm (B9) und dem Strom. Ein Gutteil davon überschneidet sich mit dem Renaturierungskonzept der Stadt und dürfte diesem zugutekommen. In der Sitzung beschlossen die Mitglieder einstimmig den von Jestaedt und Partner entworfenen Plan mit dem Vorhaben, diesen auf den Weg zu bringen und wieder im Ausschuss zu informieren. In mehreren Schritten hat hingegen die WSV nun vor, das Rheinufer als Modellprojekt in Angriff zu nehmen. Der Clou: Erst seit dem 1. Februar 2017 ist das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ in Kraft.

Simone Janas, Projektleiterin „Blaues Band“ beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim, berichtete, den Rhein könne man seiner hohen Bedeutung im Gütertransport nicht aus dem Verkehr herausnehmen, aber man könne „ökologische Trittsteine“ setzen. Kooperationspartner sind die Stadt Mainz und die SGD Süd. Beim Renaturierungsprojekt zur Gewässer- und Auenentwicklung am Laubenheimer Rheinufer stehe der ökologische Aspekt im Vordergrund. Man wolle das Ufer des kiesgeprägten Stroms entsteinen und den Böschung abtragen. In ein paar Jahren entwickelt sich dann ein flaches Ufer ohne die Befestigungen, die es jetzt noch gibt. Dabei gebe es, so Janas, vieles im Vorfeld zu beachten und zu untersuchen. Aktuell werden Vermessungen durchgeführt, ein geomorphologisches, faunistisches, floristisches und ein hydraulisches Gutachten sind in Auftrag gegeben. Daran konnte man schon erkennen: es wird noch dauern.

„Wir wollen die Naherholungsaspekte mit den Plänen der Stadt Mainz verknüpfen“, so Janas weiter. Wen man das wolle, könne man auch die Flächen in der Aue umgestalten. Wobei auch Janas klar zu sein scheint: Die Nato-Rampe würde sich für aktive Wasser-Sportarten eignen. Gezeigt am Modellprojekt soll die Vereinbarkeit von Natur und Erholung werden. „Ganz Deutschland wird auf Mainz schauen, und auf Laubenheim“, so Janas. „Artenvielfalt wird sich einstellen und höher sein als jetzt.“ Auenlebensräume sollen geschaffen werden.

Katrin Eder kommentierte: „Das ist eine ganz herausragende Geschichte, an einem Modellprojekt teilzuhaben, das gerade erst gestartet ist.“ Wie man mit Pachtverhältnissen umgehe, werde sich entwickeln.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.