Alexandre Bytchkov ist zweifacher Deutsche Akkordeonmeister und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Foto: Helene Braun

Bretzenheim – Wer glaubte, das Akkordeon eigne sich nur als Instrument der Volksmusik, den belehrte Alexandre Bytchkov eines Besseren. Ob klassische Stücke von Vivaldi, Bach oder Rossini, ob leichte Musettenwalzer, spritzige Tangos oder gefühlvolle russische Romanzen, er fasziniert den Zuhörer gleichermaßen durch seine Virtuosität und sein musikalisches Einfühlungsvermögen und er schafft den emotionalen Spagat zwischen tieftraurig und purer Lebensfreude. Der zweifache Deutsche Akkordeonmeister und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe hatte sein Programm im ZMO unter den Titel „Eine musikalische Weltreise“ gestellt.

Dass er mit seiner breiten Palette musikalischer Möglichkeiten auch höchstem künstlerischem Anspruch genügt, beweist Alexandre Bytchkov immer wieder bei seinen Auftritten im In- und Ausland, auch im ZMO, wo Geschäftsführerin Jutta Hager den Rahmen für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis bereitstellte. Den Anfang machte die Romanze „Schwarze Augen“, ein beliebter Titel nicht nur in Russland. In seiner Heimat begann der in St. Petersburg geborene Musiker, im Venedig des Nordens, wie er erklärte.
Neben den virtuos vorgetragenen Akkordeon-Bearbeitungen von Werken von J. S. Bach, D. Scarlatti, D. Schostakowitch und A. Piazzolla gehören für Bytchkov aber auch die russischen Volkslieder unbedingt ins Repertoire. Ungezügelte Lebensfreude entwickelte er hier musikalisch und das Publikum konnte nicht umhin, mit den Füßen zu wippen oder den Takt auf die Schenkel zu klopfen. „Zitternde Hände“ heißt ein Stück, mit er Finnland repräsentierte. Frankreich folgte mit Stücken, die Edith Piaf einst sang wie „Padam, padam“, oder dem Musettestück „Sous le Ciel de Paris.“ Aus Spanien folgten Tänze und natürlich der Walzer aus Wien.

Alexandre Bytchkov wurde in St. Petersburg geboren und lebt seit 1996 in Mainz. Er studierte von 1969 -1983 bei Professor Nikolai Krawzow, von 1971-1975 Akkordeon an der staatlichen Musikfachschule von Leningrad und von 1975-1979 an der staatlichen Hochschule für Kultur Leningrad. 1980-1982 hatte er die Assistentenstelle an dieser Hochschule in den Fachbereichen Dirigat, Akkordeonpädagogik und -spiel. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, wie z. B des „Baltika-Harmonika“ St. Petersburg 1995, des „17. Grand Prix“ in Bischweiler (Frankreich) und des 8. und 9. „Deutschen Akkordeon-Musikpreises“ Baden-Baden. Er spielte in St. Petersburg Filmmusiken ein, absolvierte Auftritte im Fernsehen und Hörfunk (3sat, Sat1, hr) und ist in Deutschland mittlerweile ein viel beachteter Solovirtuose und Botschafter seines Instruments.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.