Die Stadt hat es geschafft: Die Kreuzstraße ist Tempo-30-Zone geworden. Das freut die Bürger genauso wie die Mombacher Ortsvorsteherin, Dr. Eleonore Lossen-Geißler (2vl), sowie die Verkehrsdezernentin, Katrin Eder (3vl). Udo Beck (2vr) von der Straßenverkehrsbehörde, überwacht die Anpassung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Mombach – Eine gefühlte halbe Ewigkeit hat es gedauert. Jetzt ist Wirklichkeit: Ein Teil der Kreuzstraße ist zur Tempo 30-Zone deklariert worden. Sehr zur Freude der Mombacher Ortsvorsteherin, Dr. Eleonore Lossen-Geißler (SPD), und – wie sie es bei einem Vor-Ort-Termin formulierte – auch zur Zufriedenheit zahlreicher Mombacher Bürger.
Seit 1986 sei die Angelegenheit immer wieder ein Thema im Ortsbeirat und in der Bevölkerung gewesen. „Heute ist es ein Tag zum Freuen, heute sind wir dankbar.“ Zugleich verhehlte Lossen-Geißler den Wunsch nicht, irgendwann auch die Obere Kreuzstraße als eine beruhigte Zone zu sehen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer gilt zwischen der Einmündung der Straße Am Lemmchen und Westring.
Die Mainzer Verkehrsdezernenten, Katrin Eder (Grüne) und Udo Beck von der Straßenverkehrsbehörde erläuterten den schlagartigen Wandel. Die Tür habe eine Ergänzung im Gesetzestext aufgeschlossen, die der Gesetzgeber 2017 eingefügt habe.
Laut Udo Beck konnte bisher innerstädtisch eine Temporeduzierung umgesetzt werden, sofern es bei Tempo 50 eine Gefährdung gegeben habe, die das durchschnittliche Maß markant überschreitet. Die gesetzliche Neuerung beinhaltet nun den Hinweis, dass eine Temporeduzierung auch dann vorgenommen werden kann, wenn damit die schwächsten Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden. Da in der Umgebung drei Kindergärten liegen und zudem die Ganztagsschule eingerichtet worden ist, so dass auch Kinder aus dem Mombacher Gebiet östlich der Kreuzstraße die Verbindungsstraße passieren müssen, konnte die Änderung vorgenommen werden. „In der Argumentation haben wir uns jetzt darauf bezogen“, so Eder, die andeutete, dass die Begründung gut formuliert werden musste. In Mainz gebe es Menschen, die die Straßenverkehrsordnung genau lesen und auch dagegen klagen. Das sei auch der verkehrsrechtliche Grund, der zur jahrelangen Verzögerung führte. Erst mit dem Änderungsgesetz wandelte sich die Ausgangssituation.
Eder artikulierte in dem Zusammenhang ihre verkehrspolitische Absicht: Die bisherige Regelung für den innerstädtischen Bereich sehe generell Tempo 50 vor und lasse Tempo-30-Zonen als Ausnahmen zu. „Ich bin der Meinung, man soll es umkehren.“ Einen vergleichbaren Schritt wie in Mombach, so Eder, habe die Stadt in Laubenheim in der Oppenheimer Straße vorgenommen.

Jetzt, so die Verkehrsdezernentin, werde die Verkehrsüberwachung verstärkt die Situation vor Ort kontrollieren. „Was bereits begonnen hat.“ Auch an einem zweiten akuten Problem in der Durchgangsstraße sei die Polizei dran, ergänzte Beck: den Kontrollen des LKW-Durchgangsverkehrs. Beck versprach das Thema mit der Polizei bei einem kommenden Treffen in der nächsten Woche erneut vorzutragen.
Die Mombacher Ortsvorsteherin äußerte zu guter Letzt einen zusätzlichen Wunsch für die Kreuzstraße. „Es wäre hilfreich, wenn die Tempo-30-Zone auch auf die Fahrbahn markiert werden könnte.“

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.