Triumpf bei den Bibelturm-Gegnern, als sie die Bekanntgabe des Ergtebnisses des Bürgerentscheids verfolgen. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Die Mainzer haben dem Bibelturm eine klare Absage und der Stadtspitze eine schallende Ohrfeige verpasst: Beim Bürgerentscheid zum Bibelturm stimmten 77,3 Prozent gegen das Projekt. Die Wahlbeteiligung lag bei 40 Prozent.

Es war Oberbürgermeister Michael Ebling, Baudezernentin Marianne Grosse und Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums, an ihren Gesichtern abzulesen, als sie den Empfangsraum im Rathaus betraten, um gegenüber der Presse das Ergebnis zu

Betretene Gesichter bei OB Michael Ebling (rechts) und Baudezernentin Marianne Grosse. Foto: Ralph Keim

verkünden. Die Pressekonferenz wurde per Livestream über Facebook übertragen. Die Bekanntgabe erzeugte im Raum der Bibelturm-Gegner mit Jubel und Genugtuung. Betretene und betroffene Gesichter dagegen bei den ebenfalls im Rathaus anwesenden Bibelturm-Befürwortern, die bis zuletzt auf eine Zustimmung gehofft hatten.
Besonders Baudezernentin Grosse, die bis zuletzt unermüdlich für das Projekt geworben hatte, wirkte sichtlich konsterniert. Denn mit dem Entscheid ist das Vorhaben für drei Jahre definitiv vom Tisch. Und die Stadt wäre freilich schlecht beraten, wenn sie nach Ablauf dieser Frist die Pläne erneut aus der Schublade holen würde.

Während OB Ebling am Abend des Entscheids noch um Sachlichkeit bemüht war, kochten an anderer Stelle die Emotionen hoch. Gegner und Befürworter bezichtigten sich gegenseitig, die Stadt gespalten und das Klima vergiftet zu haben. Von daher werden die Diskussionen in den kommenden Tagen wahrscheinlich unvermindert, wenn nicht sogar noch heftiger weitergehen.

Doch wie hat OB Ebling so schön gesagt: Es ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten noch nie so intensiv über Gutenberg gesprochen und diskutiert worden wie in den vergangenen Wochen, als es um den Bibelturm ging.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“