Mit einem Plakat bedankten sich die Ischn bei ihren Fans für die gute Unterstützung in der gesamten Saison. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM – Das war eine deutliche Packung: Mit 22:28 (11:14) verlor die SG Bretzenheim auch in der Höhe verdient ihr letztes Heimspiel in der 3. Handball-Bundesliga vor rund 150 Zuschauern gegen den SV Germania Fritzlar. Das trübte etwas die Stimmung in der IGS-Halle, denn eigentlich wollten sich die Ischn bei Cocktails und Gesprächen von ihren rund 100 treuen Fans verabschieden. So jubelten am Ende nur die Hessinnen, die mit ihren rund 50 angereisten Fans lautstark „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten und dieses „Endspiel um Platz drei oder vier“ mit einer willensstarken Leistung gewannen. Die Ischn haben zum Saisonende noch eine weite Reise und spielen ihre letzte Partie auswärts beim HV Chemnitz. Bei einem Sieg dürfte nach einer durchwachsenen Runde noch Platz fünf oder sechs drin sein – ein Mittelfeldplatz, der den gezeigten Leistungen während der gesamten Saison entspricht.

Auffallend war, dass die beiden Hälften gegen den defensivstarken SV Germania Fritzlar nicht nur vom Ergebnis her absolut spiegelbildlich waren. Die Ischn verschliefen jeweils den Auftakt der beiden Spielhälften und hechelten in der Folgezeit dem Gegner hinterher. Mit mehreren leichten Ballverlusten lud die SG zu Beginn die Hessinnen zu einfachen Kontern ein und lag schon früh mit 0:3 und später dann sogar mit 3:9 hinten. Hanna Dankwardt und Linda Bach ließen mehrere leichte Bälle fallen, Lena Kahnert verwarf einen Siebenmeter und zu allem Überfluss hatte auch Torfrau Nathalie Schlesinger keinen guten Tag erwischt. Trainer Christian Grzelachowski reagierte: Er nahm zwei Auszeiten kurz hintereinander und brachte Vanessa Gerken anstelle von Schlesinger im Tor. In der Folgezeit lief es aus Bretzenheimer Sicht etwas besser und die Ischn kämpften sich bis auf 11:12 heran. In der zweiten Hälfte dann jedoch dasselbe Bild: In der verschlafenen Auftaktphase warf die SG in 14 Minuten nur zwei Tore und lag folgerichtig mit 14:21 hinten. Zum Schluss drehte zumindest Torjägerin Lena Kahnert noch auf. Sie warf insgesamt acht Tore und sorgte mit dafür, dass das Endergebnis von 22:28 noch halbwegs erträglich war. „Wir haben heute zu schnell die Köpfe hängen lassen“, resümierte Lena Kahnert nach der Partie im Gespräch mit der Lokalen Zeitung. Ähnlich sah es auch Christian Grzelachowski. „Wir haben heute nicht ansatzweise unsere Leistung gebracht“, sagte der enttäuschte Coach. „Wenn es sportlich um etwas geht, klappt es bei uns nicht. Unsere jungen Spielerinnen können mit sportlichen Drucksituationen noch nicht richtig umgehen.“

Aber es gab auch eine erfreuliche Meldung. Bis auf Vanessa Gerken bleibt der Kader in der kommenden Saison zusammen. Die Torfrau war die vergangenen beiden Jahre mehrmals die Woche von Koblenz nach Mainz und zurück gefahren, was sie sich künftig nicht mehr zumuten will. Mit Rückraumspielerin Jaqueline von Moltke (25) vom Ligakonkurrenten TuS Kriftel steht der erste Neuzugang fest. Gespräche mit einer weiteren Rückraumspielerin seien am Laufen, so der Coach. Und die schmerzlich vermisste Rechtsaußen Kim Maren Quetsch ist nach auskuriertem Kreuzbandriss wie ein weiterer Neuzugang zu sehen.
SG Bretzenheim: Gerken, Wenselowski, Schlesinger; Schmitt (4), Weber (1), Mack (3), Römer, Bach (1), Dankwardt, Chwalek (4), Dingeldein (1), Kahnert (8), Kleinjung, Veeck.

Vorheriger ArtikelKUZ geht wieder auf Tour
Nächster ArtikelRiesenandrang bei der Fahrradbörse
Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.