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Die Mainzer und die Freiburger kämpfen gegen den Abstieg aus der Ersten Fußballbundesliga, ihre Fans gegen die Montagsspiele. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Für Mainz 05 gilt´s jetzt, und die Rahmenbedingungen für das erste von fünf „Endspielen“ sind bestens: Der HSV (22 Punkte) hat verloren, der FC Köln (21 Punkte) hat ebenfalls verloren. Damit können die Nullfünfer (27 Punkte) am Montagabend bei einem Sieg gegen den SC Freiburg (30 Punkte) den Relegationsplatz festigen und zu den Freiburgern und damit das sichere Ufer zumindest aufschließen.

Ob das 05-Stadion am Montagabend ausverkauft sein wird, ist allerdings nicht zu erwarten. Denn die Fans sind stinksauer. Der Montagabend (Anpfiff 20.30 Uhr) ist keine Zeit für ein Bundesligaspiel, sondern eine Zumutung, schimpfen sie. Aus diesem Grund haben sich die Fans beider Mannschaften eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: Am Samstag (dem klassischen Spieltag der ersten Liga) stieg im altehrwürdigen Bruchwegstadion eine Partie, bei dem zwei Teams aus den Freiburger und Mainzer Fanszenen aufeinander trafen. Das Spiel begann – wie es sich gehört – um 15.30 Uhr. Das Fanspiel wurde von Freiburger Seite aus von den „Corrillo Ultras“, der „Supporters Crew Freiburg“ und der „Gruppe IWF“ getragen. Aus Mainz waren die Fanabteilung des 1. FSV Mainz 05, der Q-Block sowie die Supporters Mainz die Initiatoren.

Dass am Schluss die Freiburger gewannen, mag zwar den einen oder anderen 05-Fan unter den insgesamt rund 3000 Zuschauern, die kostenlosen Eintritt hatten, geärgert haben, es war aber nur zweitrangig. Wichtig war, dass die Fans ein Zeichen setzten und kreativ gegen die immer weiter voranschreitende Zerstückelung der Spieltage protestierten.

Die Fans wollen es nicht einfach so hinnehmen, dass die Spieltage noch weiter zerstückelt werden. Foto: Ralph Keim

Denn längst vorbei sind die Zeiten, in denen zumindest fast alle Spiele am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen wurden. Ein Spiel am Freitagabend, ein Spiel am frühen Samstagabend, zwei Partien am Sonntag und jetzt das Montagsspiel – da wollen viele Fans und besonders die sogenannten Supporters einfach nicht mehr mitspielen und boykottieren schlichtweg die Begegnungen.
„Für uns war bereits bei der Terminierung klar, dass wir das Montagsspiel nicht einfach hinnehmen können“, erläuterte Jürgen Girtler von den Supporters Mainz. „Doch wir wollten mehr zeigen als Protest beim Spiel selbst. So sind wir auf das Fanspiel gekommen als ein neues, kreatives und deutliches Zeichen für fangerechte Anstoßzeiten.“

„Als die Mainzer Fanszene uns ihre Idee unterbreitete, waren wir begeistert auf diese einmalige Art unsere fanpolitische Position zum Ausdruck bringen zu können. Hiermit können wir auch vielen anderen Fans die Möglichkeit bieten in einem ganz besonderen Rahmen für unsere gemeinsamen Werte einzustehen“, ergänzte Helen Breit von der „Supporters Crew Freiburg“.
Aber vielleicht müssen sich die 05-Fans sowieso auf ganz andere Tage und Zeiten gewöhnen, wenn die Nullfünfer nicht endlich wieder einmal wichtige Dreier einsammeln und vielleicht doch noch den rettenden 15. Tabellenplatz schaffen.

Und so sehen die letzten vier Spieltage aus: 21. April: HSV gegen SC Freiburg, 22. April: FC Köln gegen Schalke 04 und FC Augsburg gegen Mainz 05; 28. April: SC Freiburg gegen FC Köln, VfL Wolfsburg gegen HSV, 29. April: Mainz 05 gegen RB Leipzig; 5. Mai: FC Köln gegen FC Bayern, Borussia Mönchengladbach gegen SC Freiburg, Borussia Dortmund gegen Mainz 05 und Eintracht Frankfurt gegen HSV; 34. Spieltag: Mainz 05 gegen Werder Bremen, HSV gegen Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg gegen FC Augsburg und VfL Wolfsburg gegen FC Köln.
Am 17. Mai (Heimrecht des Bundesligisten) und am 21. Mai sind die beiden Relegationsspiele vorgesehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“