Fataler Irrtum: Titania verliebt sich in einen Esel. Foto: Helene Braun

Mombach – Was man alles aus der Traumwelt Shakespeares machen kann, zeigten zwölf junge Darsteller und Darstellerinnen der Musical Arts Academy bei der Premiere von „Ein Sommernachtstraum“ in der Alten Waggonfabrik. Und immer trifft Amors Pfeil den Falschen bis zum alle versöhnenden Schluss, wo die Paare zueinander finden. Zerstrittene Elfen, ein atemberaubendes Chaos mit verirrten Liebespaaren und ein versöhnliches Ende, so versöhnlich, dass das Publikum im Saal kaum noch zu halten war. Der typische Zauber der in der Academy aufgeführten Stücke, diesmal von vorwiegend mittleren Semestern der Schule, hielt einmal mehr Einzug in den Spiegelsaal.
Die Gewichtung liegt auf dem Theater bei der Produktion des Werktheaters Wiesbaden unter Regie von Ulrich Cyran. Worauf Theaterdirektor Björn Breckheimer Wert legt, dass alle Sparten der Darstellung ins Spiel kommen, ist durch Gesang und Tanz gewährleistet. Zudem kommt der spezielle Humor der jungen Leute zum Tragen.
Zum Inhalt: Der Athener König Theseus will seine Hochzeit mit der Amazonenkönigin Hippolyta feiern. Hermia liebt die Lysander, soll aber mit Demetrius zwangsverheiratet werden. Deshalb fliehen Hermia und Lysander in den Wald vor der Stadt, gefolgt vom verlassenen Demetrius, in den wiederum Helena unsterblich verliebt ist. Dieses Liebeschaos wird erst richtig kompliziert, als der Waldgeist Puck, rechte Hand des Elfenherrschers Oberon, durch einen Zauber weitere Verwirrung stiftet. Statt in Zettel, Mitglied einer Gruppe von Handwerkern und Theaterenthusiasten, verliebt sich Oberons Gemahlin Titania in einen Esel. Was als tragische Beziehungskomödie beginnt, gerät zum romantischen Spektakel. In einer fantastischen Traumwelt beeinflussen der Elfenkönig Oberon und dessen Diener Puck die Geschicke der Menschen. Orte der Handlung sind Athen und die umliegenden Wälder.

Witzig kommen die Passagen, in denen Ines Zatonski als Lysander mit stark russischem Akzent spricht und Puck (Alina Stemmerich) den Akzent aufnimmt, damit Lysander ihn verstehe. Puck und die Elfen arbeiten mit ganzem Körpereinsatz und bringen so weitere Highlights der Theatralik ins Spiel. Einige verfügen über herausragende Stimmen wie Zettel, der im Stück im Stück den Pyramus spielt (Marion Gutierrez) oder Titania (Sarah Steinemer), die mit „Sweet Dreams“ von Eurythmics ihre stimmliche Ausdrucksstärke beweist. Eingangs singt Oberon/Theseus (Leonard Schindler) „I´m your man“ von Leonard Cohen, Begehren und Lüsternheit andeutend, und führt dies schauspielerisch sehr überzeugend fort. Tanzszenen wechseln mit jazzigen und rockigen modernen Stücken und mischen die Sommernacht auf, eine zauberhafte wie farbenfrohe Inszenierung in Kombination mit dem jahrhundertealten Stück von William Shakespeare mit neuzeitlicher Musik.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.