Auch in diesem Jahr waren die „Rosa Käppscher“ aus Mainz mit ihren beiden Sitzungen im Ginsheimer Bürgerhaus zu Gast. Foto: red

GINSHEIM – Die „Rosa Käppscher“ machen seit mehr als vier Jahren Jahren schwul-lesbische Fastnacht. Eigentlich ist der Verein in Mainz ansässig. Ihre beiden Sitzungen fahren die rosa Narren allerdings im Bürgerhaus von Ginsheim, so auch in diesem Jahr.
2013 gründete sich mit den „Rosa Käppscher“ ein Verein, der die traditionelle Fastnacht deutlich bereichert. „Wir sind nun im dritten Jahr in Ginsheim. Wegen der angespannten Situation bei Bürgerhäusern und anderen Veranstaltungsorten in Mainz ist es insbesondere in kurzen Kampagnen schwierig, passende Säle zu finden“, erläutert „Käppscher“-Präsident Marc Bockholt. „2016 fanden wir ausgesprochen zuvorkommende und nette Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung sowie dem TTC, die uns die Sitzung ermöglichten.“

Selbstverständlich waren auch schon vor den am 11. Novemeber 2013 gegründeten „Rosa Käppscher“ schwule Männer und lesbische Frauen in Fastnachtsvereinen in Mainz und Umgebung aktiv. „Das war sicherlich bei dem einen Verein einfacher als bei dem anderen“, erläutert Marc Bockholt. „Warum sich in Mainz nicht schon früher Aktive für eine schwul-lesbische Fastnacht formiert haben, kann ich nicht sagen.“
Zum Zeitpunkt der Gründung habe es einige Vorbehalte bei Traditionsfastnachtern gegeben, doch diese Vorurteile seien immer weniger geworden. „Bei unserem Kampagnen-Empfang sind fast alle Mainzer Garden und Vereine mit Abordnungen vertreten. Umgekehrt werden wir zu den meisten Korporationen eingeladen“, freut sich Bockholt über die deutlich gestiegene Akzeptanz. „Aber leider machen wir immer noch negative Erfahrungen.“ Er selbst sei erst kürzlich als „nicht normal“ bezeichnet worden. „Solche Erlebnisse sind aber zum Glück die große Ausnahme.“ Bockholt hat sogar den Eindruck, dass sein Verein dazu beigetrage, Vorbehalte und Berührungsängste gegenüber Lesben und Schwulen abzubauen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“