Marina und Vladimr Gorovoi, die Solisten der Philharmonie Grodno (Weißrussland) brillierten durch ihre Einzigartigkeit und ihr Können.Foto: Helene Braun

Bretzenheim – In der Operette ist alles möglich, was der Alltag versagt, so heißt es. Und wenn sie so dargeboten wird wie von Marina und Vladimr Gorovoi, dann erst recht. Träume werden wahr, und die Sorgen bleiben draußen. Begleitet vom Domra Quartett machten sie auf ihrer aktuellen Deutschland-Tournee Station im ZMO in Bretzenheim. Da schlugen die Herzen des Publikums im Dreivierteltakt, man hörte im Geiste „Zigeunergeigen“ oder bekam Lust zu tanzen, was ZMO-Geschäftsführerin Jutta Hager auch tat, wenn auch im Hintergrund still für sich. Das Publikum wiegte sich im Walzertakt, bei anderen Stücken konnte niemand die Füße mehr stillhalten und ein Zauber lag über Bretzenheim, wo sich der ZMO (Zusammenarbeit mit Osteuropa) in den letzten Jahren etabliert hat und zum Kunst-Kleinod im Stadtteil avanciert ist.

Bereits 2004 wurde das Domra-Quartett mit dem Präsidentenpreis ihres Herkunftslandes Weißrussland ausgezeichnet. Foto: Helene Braun

Jutta Hager sagte: „Wir haben hier nicht nur Künstler aus Osteuropa, aber heute einmal wieder. Und dies ist eine Premiere.“ Nicht nur, dass die Künstler zum ersten Mal im ZMO auftraten, die (gebrauchte) Bühne ist auch eine Neuheit. Und der Raum im ehemaligen Schlecker-Markt konnte kaum die vielen Interessierten aufnehmen, die gekommen waren. Auf dem Programm standen unter dem Titel „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ Arien aus „Die lustige Witwe (Lehar), der Fledermaus (Strauß), Gräfin Mariza (Kalman) oder La Traviata (Verdi) und einige mehr.

Die Solisten der Philharmonie Grodno (Weißrussland) Marina und Vladimr Gorovoi brillierten dabei durch ihre Einzigartigkeit und ihr Können, ob allein oder im Duett. Besonders einfühlsam kam die Begleitung durch das Domra-Quartett rüber, die auch einzelne Stücke allein spielten. Russische Seele liegt in ihrem Tun und manchmal konnten einem vor Rührung fast die Tränen kommen bei dieser Perfektion, die wie selbstverständlich den Instrumenten der Musiker entstieg. Die Gründung des Instrumentalensembles geht auf das Jahr 2002 zurück. Bereits 2004 wurden sie mit dem Präsidentenpreis ihres Herkunftslandes ausgezeichnet.

Agentin Inna Agadianova moderierte das 90-minütige Konzert und erklärte die Arbeitsweise der Domra, eines Saiteninstruments, das als Vorläufer der Balalaika gilt. Es gibt Zupfinstrumente mit vier Saiten, deren Stimmung und Mensur der europäischen Laute oder der Mandoline ähnlich sind. Die dreisaitige Domra ist wie die Balalaika gestimmt. Akkordeon und Kontrabass ergänzten die Instrumentierung. Und Erinnerungen an frühere Zeiten stiegen auf bei Lara´s Theme aus Dr. Schiwago.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.