An Flucht war hier fuer OB Michael Ebling und Ortsvorsteher Matthias Gill nicht zu denken. Foto: Helene Braun

Ebersheim – Oberbürgermeister Michael Ebling und Ortsvorsteher Matthias Gill standen kurz vor dem Burnout, wie der Text beim Rathaussturm verriet, und wollten am Ende nur Spaß. Ob der Burnout nun von den Krachmacher-Kindern herrührte, die aufgefordert waren, Matthias Gill mit Krach aus dem Rathaus zu vertreiben, oder vom anstrengenden Politikgeschäft, blieb dabei freilich offen. Viele Kinder und Erwachsene waren gekommen, den Bau mit Lärminstrumenten, mit „Tassen und Trompeten“ zu erstürmen.

Zur Verteidigung standen OB Michael Ebling und der grüne Altstadt-Ortsvorsteher Dr. Brian Huck sowie etliche Ortsbeiratsmitglieder bereit. Aber am Ende nützte es nichts. Jetzt regieren die Kinder den Stadtteil bis Aschermittwoch. Man darf gespannt sein. Eine Vorstellung davon hatten sie schon: „Der Pizzabäcker backt Akkord, die Cola gibt´s vom Fass, WLan mit Lichtgeschwindigkeit wär krass`. Das führ´n wir ein, und so wird herrschen easy sein.“

„Lasst uns hier rein, sonst gibt es richtig Ärger. / Da hilft kein Nein, wir werden immer stärker.“ Und „Da hilft kein Ach und kein Weh, da hilft auch kein OB“, schallte es aus Kindermund, die Ketten und das Prangerholz für die Gefangennahme parat. Der Ruf „enoi midden“ besiegelte dann die Sache. Michael Ebling wollte über die Treppe flüchten, doch hatte er bei den vielen Jungnarren, die hinaufdrängten, keine Chance durchzukommen. Denn nicht nur die Macht winkte, sondern insbesondere eine Riesenladung Kreppel, die Gill in der Ortsverwaltung versteckt hatte.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.