Die Spezialisten sahen einer Flut von wissbegierigen Schuelerinnen und Schuelern entgegen. Foto: red

Gonsenheim – Im Zuge des Schwerpunktthemas „Expedition Zukunft!“ bietet die diesjährige SchulKinoWoche während der Unterrichtszeit besondere Spiel-, Dokumentar- und auch Repertoirefilme an, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, mit außergewöhnlichen Geschichten verantwortungsvolles Handeln in seiner medialen Sprache zu entdecken, um anschließend das Gesehene inhaltlich zu analysieren und zu reflektieren. So kann auch die Medienkompetenz weiter entwickelt und geschult werden.

Die Klassen 8a und 8b schauten sich beispielsweise den Dokumentarfilm „Nicht ohne uns“ an. In 16 einnehmenden Porträts begleitet die Filmemacherin Sigrid Klausmann Kinder aus aller Welt auf dem Weg zur Schule und lässt sie unterwegs von sich und ihren Gedanken erzählen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten wurden deutlich, die spannende Vergleiche, und Selbstreflexionen rund um die Themen: Kindheit, Bildung, Ökologie und Zukunft anboten. Nachwirkend mussten die Jugendlichen feststellen, dass uns das Thema Klimawandel alle angeht; dass man froh sein darf, das Recht auf Bildung zu besitzen. Und dass die eigenen „großen“ Probleme ihres Alltags doch eher nichtig sind, wenn man als Kind zwangsverheiratet wird, sich prostituieren muss, Angst haben muss, auf dem Schulweg erschossen zu werden und einfach nur glücklich sein darf, gesund und frei in einem tollen Land zu leben.
Um diese Eindrücke weiter zu vertiefen und in die Diskussion zu kommen, konnte Herr Heinrich für den Folgetag Vertreter des ehrenamtlichen Mainzer Vereins Gambia e.V., 2015 gegründet, für eine Nachbesprechung gewinnen. Hierzu brachte die 1. Vorsitzende, Frau Girke, ihren Ehemann und 2. Vorsitzenden Herrn Bojang, den sie in Gambia kennen lernte, als tatkräftige Unterstützung mit. Gekommen, um über das tägliche Leben, Kultur und Tradition, wie auch über die Schule in Gambia aufzuklären, sahen sich die beiden Spezialisten prompt einer Flut von wissbegierigen Schülerinnen und Schülern entgegen. Wovon leben die Menschen in Gambia? Wie sind die Lebensumstände der einfachen Bevölkerung? Warum gibt es so viele Geburten in einem so armen Land? Warum hat man es zugelassen, dass über 25 Jahre eine diktatorische Ausbeutung des Landes stattfand? Warum arbeiten die meist arbeitslosen Männer nicht im Haushalt mit? Und welche Perspektiven haben die Kinder eigentlich nach der Schule?

Gerade bei der Schulbildung kommt der Verein Gambia e. V. ins Spiel. Die Schule kann in Gambia nur besuchen, wessen Eltern sich das Schulgeld, Schulkleidung, Bücher und Schreibwaren leisten können. Und das sind bei 60% Analphabetentum im Land bedauerlich wenige, die später dann auch die Möglichkeit zu einem sozialen Aufstieg haben. Deswegen fördert der Verein durch Spenden momentan 50 Patenkinder, für die diese Kosten übernommen werden. Doch auch nach der Schule, wobei Schule eher nur ein Begriff für ein Gebäude ist, das in manchen Fällen innen leer ist und oft nicht Mal Möbel, Schreibwaren oder Unterrichtsmaterialien vorhanden sind, kommt auf die Jugendlichen ein großes Problem zu. Es herrscht eine große Arbeitslosig- und somit Perspektivlosigkeit im Lande. Einen Beruf findet man entweder als Beamter oder im Agrarbereich. Ausgebildete Fachkräfte sind Mangelware. Auch hier ist die Ausbildung für die Vielzahl der Bevölkerung zu teuer. Daher bekommen wissbegierige junge Menschen auch die Kosten für eine Ausbildung mithilfe von Gambia e.V. gestemmt. Hier kann es dennoch nicht genug Unterstützung und Spendengelder geben, weshalb Schülerinnen und Schüler beider Klassen mit ihren Lehrern über die Möglichkeit von weiteren Patenschaften nachdenken und ein Konzept entwerfen wollen, um künftig als Patenklassen „Hand in Hand“ mit diesem tollen Verein zu gehen.
Infos: www.hand-in-hand-for-the-gambia.de.

Teilen
Vorheriger ArtikelUnglaubliche Großzügigkeit des Sämanns
Nächster ArtikelVom Profi lernen
Diese Beiträge sind in unseren Redaktionen entstanden. Dazu sichten wir Pressemeldungen, eingesandtes Material und Beiträge von Vereinen, Organisationen und Verwaltung. Dies alles wird dann von unseren Redaktionsleitern verifiziert, bearbeitet und ansprechend aufbereitet. Oftmals ergeben sich daraus Themen, die wir dann später aufgreifen.