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Eberhard Linke vor seiner Skulptur „Mauerlaeufer II“ im Innenhof des Landesmuseums. Foto: Elke Fauck

MAINZ – „Hol dir einen Klumpen Ton und mach was draus“ war der Beginn einer Karriere deren, Produkte noch bis zum 29. April 2018 im Mainzer Landesmuseum zu sehen sind. Als Anfang der 60er Jahre ein Professor der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart diesen Satz zu seinem Studenten Eberhard Linke sagte, konnte noch niemand ahnen, dass hiermit der Grundstein für die Erfolge des späteren Bildhauers und Medailleurs gelegt wurde.
Der 1937 in Schlesien geborene Künstler, der von 1972 bis zu seiner Pensionierung 2002 einen Lehrstuhl an der Fachhochschule Mainz innehatte, arbeitet noch heute in seinen Ateliers in Saulheim und Flonheim. „Ich würde heute ohne meine beiden netten Atelierkolleginnen, Susan Geel und Carmen Stahlschmidt, nicht mehr zurechtkommen“, so der 80-jährige, der seit einem Unfall vor vier Jahren im Rollstuhl sitzt.  Für seine Werke erhielt der Bildhauer zahlreiche Kunstpreise, u.a.  wurde ihm in diesem Jahr die Max-Slevogt-Medaille verliehen.
Linkes Ausstellung „Landschaft und Skulptur“ präsentiert zahlreiche Zeichnungen und Skulpturen des Kunstprofessors. Bei den Zeichnungen handelt es sich hauptsächlich um Landschaften, die auf seinen zahlreichen Reisen durch Frankreich und Italien entstanden sind.
Im Innenhof des Museums findet man Linkes „Mauerläufer II“, der kürzlich noch vor dem Mainzer Rathaus zu sehen war. Die Bronzeskulptur von 1979/80 zeigt Menschen die versuchen in Längsrichtung durch eine massive Mauer zu gehen. Die „Mauerläufer“ seien als eine Metapher für den Lauf des Lebens zwischen Bindung und Befreiung anzusehen, erläuterte der Bildhauer sein Werk.
Ähnliche Gedanken scheinen schon 1974 den Schöpfer dieser Werke berührt zu haben, denn bei der Entstehung seines „Ausbrechenden“ aus Terrakotta sind die Skulpturen in Wänden gefangen oder schreiten durch diese hindurch. Das komplizierte Verflechten der Wandelemente  mit der Figur hat wesentlich zur Anregung des Themas beigetragen.
Obwohl Linke Nichtraucher ist, beschäftigt er sich häufig mit dem Gedanken, wie schwer es wohl sein muss mit dem Rauchen aufzuhören. Bereits in den 90er Jahren hatte er eine „Frau mit Zigarette“ für einen Brunnenentwurf gestaltet, der jedoch nie realisiert wurde. 2016 vollendete der renommierte Künstler das Thema mit seinen Terrakotta-Figuren die „letzte, vorletzte und drittletzte Zigarette“. Die Ausstellung verschafft dem Besucher einen Überblick über mehr als 50 Jahre skulpturales Schaffen von Eberhard Linke in Bronze und Terrakotta.

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Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.