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Das Schützenhaus auf dem Hartenberg soll verlagert werden. Foto: Oliver Gehrig

Hartenberg-Münchfeld – Der Stadtteil Hartenberg-Münchfeld wächst weiter. In Nähe der Neubaugebiete an der ehemaligen Peter-Jordan-Schule und am ehemaligen Oblatenkloster entstehen voraussichtlich weitere 80 bis 90 Wohneinheiten auf dem Areal des Schützenhauses Am Fort Gonsenheim. Die dortige Schützengesellschaft will nämlich ihr altes Vereinshaus abreißen und in der Nachbarschaft neu errichten sowie Teile der Schießanlagen unterirdisch verlagern. Dazu müssten der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan geändert werden, teilte Stadtplaner Ralf Groh jetzt im Ortsbeirat mit. Der städtische Bauausschuss hat bereits grünes Licht gegeben, jetzt entscheidet der Stadtrat. Bedenken haben viele Anwohner, die sich in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirates kritisch äußerten. Sie befürchten nicht nur eine erhebliche Nachverdichtung, sondern auch gewaltige Verkehrsprobleme, die zu einem Verkehrskollaps führen könnten.

„Der Schützenverein will sich verändern, ein Teil der Fläche wird nicht mehr gebraucht“, erläuterte Groh zu Beginn seiner Ausführungen. Demnach müsste der Bebauungsplan H98 Schützenhaus/Am Fort Gonsenheim entsprechend geändert werden. Das neue städtebauliche Konzept sehe überwiegend Mehrfamilienhäuser im Geschosswohnungsbau im Westen sowie das Areal des Schützenvereins im Osten vor. Es handele sich um ein 1,75 Hektar großes neues Wohngebiet, auf dem 80 bis 90 Wohneinheiten entstehen könnten, darunter 25 Prozent geförderter Wohnraum. Die Erschließung erfolgt über die Straße Am Fort Gonsenheim. Im hinteren Bereich sind dreigeschossige Gebäude plus Dachgeschoss möglich, vorne zweigeschossige Gebäude plus Dachgeschoss. Das Neubaugebiet erhält eine Tiefgarage, der Schützenverein behält seine Stellplätze. Im Süden ist eine Grünfläche mit Gehölzern als Puffer zur Bezirkssportanlage Mitte vorgesehen. Die 1. Bürgerbeteiligung ist nach den Sommerferien geplant, die 2. Bürgerbeteiligung folgt kurz vor Fertigstellung des neuen Bebauungsplans.

Der Ortsbeirat hatte einige Einwände. Es liege eine falsche Vorlage mit drei Vollgeschossen vor, kritisierte Walter Konrad (ÖDP). Ursprünglich sei von 74 Wohneinheiten die Rede gewesen, nun schon von 80 bis 90. „Das ist eine Sportfläche, die zur Bezirkssportanlage Mitte gehört“, ergänzte Herbert Rösch (SPD). „Es ist negativ, dass in HaMü viele Sportflächen wegfallen wie am Hartenbergpark und am Jugendwerk.“ Ortsvorsteherin Karin Trautwein (CDU) warf Rösch vor, ihre Meinung stillschweigend geändert zu haben und die Neubebauung nun zu unterstützen. „Ich habe jetzt eine andere Perspektive, es besteht Wohnraumbedarf“, entgegnete Trautwein. „Wir müssen die Entwicklung der Gesellschaft berücksichtigen.“ Die Beschlussvorlage wurde vom Ortsbeirat bei einer Gegenstimme der SPD und einer Enthaltung der ÖDP angenommen.

In der Bürgerfragestunde äußerten etliche Anwohner Kritik. Sie befürchten eine massive Nachverdichtung und ein erhebliches zusätzliches Verkehrsaufkommen. Ortsvorsteherin Trautwein forderte, dass die Verwaltung das neue Verkehrskonzept nach den Sommerferien vorstellt.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.