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Sehr gut besucht war die interessante Führung mit Dr. Omlor. Foto: Luis Granitza

Gonsenheim – Eine Führung durch eines der interessantesten Steppenrelikte Mitteleuropas, dieses Angebot machte der Verein Gonskultur e. V. allen Naturinteressierten möglich. Mit Dr. Ralf Omlor, wissenschaftlicher Sachbearbeiter des Botanischen Gartens der Universität Mainz, erkundeten die zahlreich erschienenen Leute den „Mainzer Sand“.

Direkt nachdem die Gruppe gegenüber des Mombacher Schwimmbads gestartet war, gab es zur Einführung in die Welt der Natur erst einmal ein paar Infos von Dr. Ralf Omlor vorweg. So wurde ein Teil des Gebietes erstmals Ende der 1930er Jahre zum Naturschutzgebiet ernannt. Allerdings stellte der Bau der Autobahn 643 mitten durch das Gebiet im Jahr 1966 eine Bedrohung für den „Mainzer Sand“ dar. Außerdem erklärte Omlor, wieso im „Mainzer Sand“ so wenige Bäume wachsen: „Mainz zählt zu den trockensten Gebieten Deutschlands und das in Verbindung mit dem Sand, der nur wenig Wasser speichert, macht es den Bäumen hier sehr schwer zu leben.“ Einer der wenigen Baumarten, die man finden könnte, wäre die Kiefer.

Ob barfuß oder mit Schuhen, die Teilnehmer bahnten sich ihre Wege durch das Naturschutzgebiet. Auch wie der Sand hier überhaupt herkam, ließ Omlor nicht unerwähnt: „Der Sand wurde auf natürliche Art und Weise durch den Rhein von den Alpen hierhertransportiert.“

In Deutschland gibt es insgesamt rund 3500 Pflanzenarten. Mainz beherbergt davon alleine 1500 Pflanzenarten. Der Mainzer Sand hebt sich durch die Vielfalt seltener Pflanzen hervor. Vorzufinden sind z.B. die Flockenblume, die aus Südosteuropa eingewandert ist, die Bisamdistel, die aufgrund ihrer Seltenheit sogar europaweit durch eine Richtlinie geschützt ist oder die Sand-Lotwurz, die in Deutschland nur in Mainz wächst. Es gibt aber auch Pflanzen, die sich bedrohlich für den „Mainzer Sand“ auswirken, wie die Seidenpflanze Asclepias.

Zum Schluss der gut zweistündigen Führung rief Dr. Omlor die Teilnehmer auf, die Mitmenschen dafür zu sensibilisieren, dass der „Mainzer Sand“ sehr wichtig sei und dafür gesorgt werden müsse, ihn so lange wie möglich zu erhalten.